Airshows: Dubai Airshow 17-19.11.2025 MEBAA Messezentum Dubai (Vereinigte Arabische Emirate)


























Wir besuchten vom 17.11. -20.11. zum ersten Mal die Airshow in Dubai. Dank Presseakkreditierung konnten wir bereits an den Fachbesuchertagen auf das Messegelände. Vom dortigen Static-Display, auf dem die zahlreichen Airliner auch begehbar waren, hatten wir einen recht guten Blick auf das Airshow-Treiben, wenn auch die Display-Line recht weit entfernt war. Trotzdem waren wir dort noch um einiges näher, als von den Zuschauertribünen für die Standardbesucher.
Als wir im Vorfeld der Veranstaltung die Hallenpläne studierten, fiel uns auf, das Russland nur einen Stand für Roscosmos in der großen Halle hatte. Um so größer war die Überraschung dann vor Ort, als man feststellte, dass Russland sogar eine eigene Halle im rechten Bereich des Messgeländes mit eigenen VIP-Bereich und Static-Display perfekt gegenüber der "Futtermeile" hatte. Damit war Russland neben dem Gastgeber gefühlt der größte Aussteller in Dubai. Im Gegensatz zu Europa, das sehr einseitig russofob aufgestellt ist, ist Russland in diesem Teil der Welt sehr beliebt. Das kam direkt zum Ausdruck, als am Ende des ersten Messetages im Sonnenuntergang entgegen aller Vermutungen die Russian Knights mit ihren Sukhoi Su-35S Flanker-E eintrafen und beim gesamten heimgehenden Publikum regelrechter Jubel einsetzte. Man spürte dies auch auf dem Statik-Display der Russen, wo die zahlreichen Luftwaffenchefs vorwiegend arabischer und afrikanischer Staaten ins Cockpit der Su-57 pilgerten. Zudem war hier sogar ein direkter Austausch mit dem Testpiloten von Suchoi Sergey Bogdan möglich, der hier erstmalig die Kunstflugfähigkeiten seiner Sukhoi Su-57E "Felon" bei voller Bewaffnung demonstrierte. Die zwei Tonnen Zusatzgewicht der beiden Kh-58UShK Hyperschall-Antiradar-Raketen und beiden R-74 Luft-Luft-Raketen hatten keinen Einfluss auf die Agilität des Flugzeuges. Man kann sagen, dass das Personal hier besucherfreundlicher und auskunftsfreudiger als auf der MAKS in Moskau war. Im Flug und im Static-Display war noch der Kamov Ka-52E Alligator hier bezeichnet als "Nile Crocodile" in der Export-Version zu studieren. Neben der Exportversion der IL-76 mit neuen Triebwerken wurde die Yak-130 in der neuen Jagdbomberversion ausgestellt. Sie hat nun eine umfangreichere Ausrüstung wie Laserzielmarkierer und Phasenradar erhalten und eignet sich nun auch zur Drohnenbekämpfung und als Jagdbomber. Schade war eigentlich nur, dass die Russian Knights auf dem Flugplatz- und nicht auf dem Messe-Arial abgestellt waren. In der "Russland"-Halle wurden dann vorwiegend kleinere Systeme wie Drohnen oder tragbare Eloka- oder Radar-Systeme vorgestellt. Viel Aufmerksamkeit erhielt hier ein Modell der Su-57 mit rechteckigen Stealth-tauglichen Triebwerkenauslässen mit Schubvektor-Steuerung. Aber auch ein Modell einer Loyal Wingman-Drohne auf Basis der Su-75 Checkmate wurde präsentiert.
Den größten Airshow-Block hatten die VAE. Die Airshow startete Flyby des kompletten Fuhrpark der VAE-Luftwaffe beginnend mit Helicoptern wie Boeing AH-64D Apache, Bell 407, Eurocopter AS565, UH-60L/M Blackhawks, Boeing CH-47F Chinook, gefolgt von den Transportern wie Airbus CN295, Havilland Canada DHC-6s, Cessna C208s, Lockheed C-130H Hercules, Air Tractor AT-802, Airbus A330MRTT Voyager und Boeing C-17A Globemaster III und begleitet von mehreren Mirage 2000-9EAD, F-16E Desert Falcons sowie einer SAAB GlobalEye. Dazwischen gesellten sich die großen Brummer der Emirates wie der Airbus Airbus A380-800, Airbus A350-900 und Boeing 777-300ER und eine gemeinsame Formation einer Boeing 737-MAX8 der flyDubai mit den Fursan Al Emarat (Ritter). Diese hatten hier mit ihren nagelneuen CATIC/Hongdu L-15 Falcon ihre Premiere. Dank Nachbrenner-Triebwerke ohne veränderbare Schubdüse schafft die L-15 im Gegensatz zur ihren Vorgängern Yakovlev Yak-130 und Alenia Aermacchi M-346 Master Überschallgeschwindigkeiten. Die Show-Staffel wurde hier vom Boden aus noch mit chinesischen Instrukteuren unterstützt. Es folgten weitere Solodisplays Mirage 2000-9EAD, F-16-60 Desert Falcons und Calidus Bader B-250T.
Die Amerikaner hatten am linken Rand des Messe-Arials ihren Statik-Bereich, auf dem auch alle Maschinen "anfassbar" waren und eine Musikkapelle mit Gesangseinlagen sicherte die Aufmerksamkeit. Am Himmel sorgte eine Lockheed Martin F-16CM Fighting Falcon mit Major Taylor "Fema" Hiester vom F-16 Viper Demo Team und eine Lockheed Martin F-35A Lightning II mit Major Melanie "Mach" Kluesner für Kurzweil. Zudem zogen noch eine Boeing B-52H Stratofortress der 2nd Bomb Wing aus Barksdale und eine Boeing P-8A Poseidon vom VP-5 "Mad Foxes" aus NAS Jacksonville vorbei.
Die indische Luftwaffe war mit dem Surya Kiran Aerobatic Team (Sonnenstrahlen) neu mit neun Hawk-Mk.132 dabei. Am 21.11., als wir nicht mehr auf der Airshow waren, kam zu einem Absturz der indische HAL Tejas Mk1, bei dem Commander Namansh Syal leider ums Leben kam. Dieses Flugzeug hat irgendwie kein Glück. Mittlerweile sind drei Maschinen abgestürzt und die Entwicklungszeit wird schon in Jahrzehnten gemessen.
Desweiteren waren noch die Dassault Rafale C der französischen Luftwaffe und ein Airbus A400M Atlas C1 der britischen Luftwaffe in der Luft. Freunde von Kunstflugzeugen kamen mit dem Marche Verte Team der Royal Moroccan Air Force mit ihren sieben Mudry CAP232 und dem Extra-Team aus der VAE mit Joel Haski und Rob Akron auf ihren Extra 330LT auf Ihre Kosten.
Im Bereich der Zivilluftfahrt hatten die Chinesen eine Premiere, der erste Standard-Body-Airliner - die COMAC C919STD. Dazu gesellten noch die Großraum-Flugzeuge Boeing 777-9 und Airbus A350-1000. Gänzlich neu auf einer Airshow war das Joby JAS4-1 eVTOL Electric Air Taxi im Flug zu sehen. Damit sicherte sich die Joby Aviation den Flottendienst in Dubai für die nächsten sechs Jahre und den Start in die Elektro-Fliegerei.
Die Dubai Airshow 2025 war auch kommerziell eine recht erfolgreiche Veranstaltung. Man erzielte einen Auftragsrekord von über 202 Milliarden US-Dollar – das Doppelte gegenüber der letzten Veranstaltung. So bestellte allein die Emirates 65 Boeing 777-9 und acht Airbus A350-900 im Gesamtwert von 41,4 Milliarden US-Dollar und erhöhte die Gesamtzahl der Großraumflugzeugbestellungen auf 375 Maschinen, die bis 2038 ausgeliefert werden sollen. Dazu kam die flydubai, die eine Absichtserklärung über 75 Boeing 737 MAX im Wert von 13 Milliarden US-Dollar zeichnete. An fünf Tagen besuchten 248.788 Gästen die Airshow, die auf 1.500 Aussteller, darunter 440 Erstteilnehmer und 490 militärische und zivile Delegationen aus 115 Ländern trafen.
Eine weitere Premiere und schöne Aufwertung der Veranstaltung war die Nachtairshow in Form einer Drohnenshow. Die Zeit bis dahin konnte man nutzen, um das Statik-Display auch bei Nacht zu fotografieren. Zudem spendete zum Ausfüllen des Zeitraumes der Emir von Dubai Muhammad bin Raschid Al Maktum kostenfreie Getränke. Erstaunlich für ein arabisches Land galt dies auch für alkoholhaltige Getränke. Unseren letzten Tag nutzten wir noch, um Dubai noch etwas näher kennen zu lernen, wie die Dubai Fountain vor dem Burj Khalifa, der Dubai Mall inkl. dem Aquarium und der Eisbahn, den Creek Harbour und die Altstadt mit der Old Baladiiya Street und dem Deira Gold Souq. Die stets überfüllten Autobahnen und der ebenso überlastete öffentliche Nahverkehr milderten etwas die Eindrücke über Dubai.
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Erstellt am 12.08.2026